Der Superphono
Der Superphono ist die Neuinterpretation des Musikmöbels und dessen Übertragung auf eine digitale Musikwelt. Er nimmt sich bewusst in der Raumwahrnehmung zurück, stellt aber dennoch der rein digital vorliegenden Information die nötige Bühne zur Verfügung.
Die praktischen Funktionen und Bedienelemente des Objektes werden nicht abgebildet. Nur in der Bedienung und im Ausprobieren erschließt sich der Funktionsumfang. Die obere Aktionsfläche hebt sich als einziges Merkmal vom Korpus ab. Die Funktion als audiovisuelles Gerät tritt in den Hintergrund. Durch den geometrischen Grundkörper und die ruhige Achsensymetrie entsteht vordergründig eine hohe visuelle Ordnung, die sich im Kontrast zu der hintergründigen Komplexität der Abläufe in der digitalen Welt stark relativiert. Im Sinne der Einfachheit der Form ist der Superphono die konsequente Weiterentwicklung des Fernsehers Cubo (1995) von Mario Bellini – eine klassische Blackbox.
Die Bedienung des Superphono erfolgt durch die Ausrichtung von vorne oben. Die Glasplatte defi niert – mit der durch die Abmessungen erzielten Dreiteilung ganz subtil drei Funk tionsbereiche.
Die einfache und präzise Formensprache setzt der Komplexität der digitalen Datenverarbeitung einen guten Kontrast entgegen. Der Farbwert bewegt sich bewusst zwischen den Polen Schwarz und Weiß und inhaltlich zwischen der Blackbox – als funktionsverschleierndem Objekt – und dem White-Cube – als neutrale Bühne für jegliches Kunstwerk. Der Superphono hebt sich dadurch klar von der Umgebung ab und bietet eine Plattform für die Tonträger-Objekte. Dennoch integriert er sich gut als Möbelstück in den Raum.
Die eigentliche Bedeutung des Superphono wird erst durch dessen Benutzung deutlich.

